Mama, warum kriegen andere Kinder mehr Geschenke als ich?
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"Mama, warum kriegen andere Kinder mehr Geschenke als ich?" fragst du und schaust auf den Boden, weil sich dein Bauch ganz schwer anfühlt.
Mama schaut auf. Ganz kurz blitzt etwas in ihrem Gesicht auf. Traurigkeit, vielleicht. Dann legt sie den Löffel ab, mit dem sie gerade Tee umrührt. "Wie kommst du darauf, Schatz?"
"Tom hat drei Schokonikoläuse, ein Kuscheltier, ein Spielauto. Mia hat sogar ein Buch, eine Uhr und Lego bekommen. Und ich... ich hatte nur einen Schoko-Nikolaus. Und die Mandarine. Und deinen Zettel."
Mama schaut dich an, still. Dann fragt sie leise: "Wie fühlt sich das an?" - "Doof" sagst du. "So als wäre ich nicht so wichtig."
Mama nickt. "Das verstehe ich." Sie sagt es langsam, so, dass du spürst, sie meint es wirklich. Eine Weile ist es ruhig. Nur der Tee dampft zwischen euch.
Dann sagt sie: "Weißt du, manche Dinge sind nicht gleich verteilt. In manchen Ländern scheint immer die Sonne, in anderen regnet es oft. Und manche Blumen blühen leicht, andere brauchen ganz viel Geduld, bis sie sich zeigen. Aber alle sind wichtig."
Du überlegst. "Aber das ist doch unfair." sagst du. Mama lächelt traurig. "Ja, manchmal ist es das. Aber Geschenke sagen nichts darüber, wie sehr jemand geliebt wird."
Manchmal denkt unser Gehirn, dass wir glücklich sind, wenn wir immer mehr haben. Noch ein Geschenk, noch etwas Größeres. Aber das ist ein Trick. Denn wenn man immer mehr hat und will, fühlt es sich nie genug an.
Sie legt ihre Hand auf deine. "Wirklich glücklich sind wir, wenn wir merken, dass wir genug haben. Wenn wir uns freuen - über das, was da ist. Über einen Schoko-Nikolaus. Eine Mandarine. Einen Zettel mit einem Herz darauf."
Dann wird ihr Blick ein bisschen nachdenklich. "Weißt du," sagt sie, "ich kenne das mit dem Vergleichen. Man schaut, was andere haben, und plötzlich fühlt sich das eigene kleiner an. Ich lerne immer wieder, dann zurück zu mir zu kommen.
Zu sehen, was ich habe, was wir haben. Das ist wichtig, wenn man ein schönes Leben will: Bleib bei dir. Nicht bei dem, was die anderen haben oder können. Sondern bei dem, was dich warm macht innen drin."
Du nickst. "Ich hab mich heute früh gefreut" sagst du leise. "Aber dann hab ich's vergessen." Mama streicht dir über die Haare. "Das passiert. Aber weißt du, in unserer Familie lernen wir, uns zu freuen, auch über die kleinen Dinge. Wir wollen lieber zufrieden sein mit dem, was wir haben, als immer mehr zu wollen. Und ich hab immer genug, weil ich euch hab."
Du siehst sie an. Dann lachst du. Und plötzlich fühlst du dich warm innen drin. Nicht, weil du mehr bekommen hast - sondern weil auch du genug hast.
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