Wenn nichts mehr hilft, hilft das...
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"So will ich den Apfel nicht!" Du hältst das Messer noch in der Hand. Zum dritten Mal geschnitten. Genauso wie gewünscht. Aber falsch.
Dein Kind rutscht vom Stuhl. Die Unterlippe zittert. Dann bricht es heraus: Wut. Tränen. Laut. Du schließt kurz die Augen.
Ich mache doch alles. Ich frage. Ich erkläre. Ich schneide neu. Ich bleibe ruhig. Und trotzdem stehe ich hier mit einem "falschen Apfel" und einem weinenden Kind.
"Alles ist blöd! ALLES!", schluchzt es. Dieser Satz trifft dich härter als der Wutanfall selbst. Denn du gibst jeden Tag alles, um alles so zu machen, dass es deinem Kind gut geht.
Am liebsten würdest du den Apfel auf den Boden schmeißen. Alle möglichen Verbote aussprechen. Schreien. Schimpfen.
Als die Wut in dir immer größer wird, erinnerst du dich daran, wer du sein möchtest. Wer du bist. Und daran, dass wir Erwachsenen manchmal übersetzen müssen, was unsere Kinder sagen.
Da wird dir klar: Es geht um eine Welt, die gerade zu groß ist. Um Gefühle ohne Platz. Und da helfen keine Worte. Und auch kein Apfel.
Du atmest. Bleibst.
Du weißt, dass dein Kind gerade in einem Sturm steht, den du nur größer machst, wenn deine Gefühle mitwirbeln.
Du wiederholst immer wieder: Ich bin bei dir. Und ich bin bei mir.
Und während du sitzt und dein Kind voller Mitgefühl ansiehst, spürst du nach und nach, wie es zur Ruhe kommt. Ohne Apfel. Nur mit dir. Es ist sicher.